Bundesverwaltungsgericht

Geschäftslage des Bundesverwaltungsgerichts

Nr. 4/2006 vom 26. Januar 2006

Die Zahl der Eingänge beim Bundesverwaltungsgericht ist erneut zurückgegangen. So sind im vergangenen Geschäftsjahr nur 1 899 Verfahren anhängig gemacht worden. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 14,15 % (absolut 313 Sachen). Zurück gegangen ist insbesondere die Zahl der erstinstanzlichen Verfahren (2005: 103; 2004: 188), aber auch die aus den Bereichen des Ausländer- und Asylrechts.

Auch die Zahl der am Jahresende noch anhängigen Verfahren hat sich gegenüber dem Jahr 2004 verringert (746; 2004: 790).

Im Einzelnen lassen sich Geschäftsbelastung und Erledigungszahlen der zurückliegenden Jahre aus der folgenden vergleichenden Übersicht ablesen:

Jahr Eingänge Erledigungen Anhängig am
Jahresende
2001 2365   2481   672
2002 2968   2672   969
2003 2362   2524   807
2004 2212   2229   790
2005 1899   1944   746


Verkehrswegeplanungsbeschleunigungsgesetz

Aufgrund des Verkehrswegeplanungsbeschleunigungsgesetzes sind insgesamt 80 (2004: 166) erstinstanzliche Klageverfahren beim Bundesverwaltungsgericht anhängig geworden. 11 Verfahren betrafen das Schienenwegerecht (2004: 11), und 36 Verfahren das Straßenrecht (2004: 53). Aus dem Wasserstraßenrecht sind 1 (2004: 3) und aus dem Recht der Anlegung und des Betriebs von Flugplätzen sind 32 neue Verfahren eingegangen (2004: 82). In 26 dieser Streitfälle wurde zugleich vorläufiger Rechtsschutz begehrt. Erledigt wurden insgesamt 167 (2004: 118 Klageverfahren aus den genannten Rechtsgebieten.


Verfahrensdauer

Revisionsverfahren

Die Dauer der Revisionsverfahren hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht. Die durch Urteil entschiedenen Verfahren waren im Durchschnitt 11 Monate 16 Tage anhängig (2004: 10 Monate 17 Tage). Die Verfahrensdauer der Revisionen insgesamt betrug durchschnittlich 10 Monate 17 Tage (2004: 9 Monate 29 Tage).

Die durchschnittliche Gesamtdauer der durch Urteil entschiedenen Revisionsverfahren betrug in den letzten fünf Jahren:

2001 9 Monate 23 Tage
2002 10 Monate 25 Tage
2003 10 Monate 22 Tage
2004 10 Monate 17 Tage
2005 11 Monate 16 Tage


Erstinstanzliche Verfahren

Bei den Verkehrsprojekten "Deutsche Einheit", für die das Bundesverwaltungsgericht als erste und letzte Instanz zuständig ist, konnte die durchschnittliche Verfahrensdauer erneut verkürzt werden: 7 Monate 5 Tage im Jahr 2005 gegenüber 8 Monate 3 Tage im Jahr 2004; die Dauer der Verfahren, die durch Urteil abgeschlossen wurden, betrug 11 Monate 8 Tage (2004: 1 Jahr 1 Monat 7 Tage).

2001 6 Monate 28 Tage
2002 5 Monate 29 Tage
2003 7 Monate 29 Tage
2004 8 Monate 3 Tage
2005 7 Monate 5 Tage


Aus dem Eingangsjahr 2004 waren am 1. Januar 2006 noch 8 Verfahren anhängig; die übrigen Verfahren stammen aus 2005.

Beschwerdeverfahren

Die Dauer der Beschwerdeverfahren hat sich gegenüber dem Vorjahr erneut leicht verkürzt. 55,42 % (2004: 53 %) der Beschwerdeverfahren waren – gerechnet ab Eingang beim Bundesverwaltungsgericht – innerhalb von drei Monaten und 78,73 % (2004: 77 %) innerhalb von sechs Monaten beendet. Im Durchschnitt dauerten die Beschwerdeverfahren 3 Monate 12 Tage (2004: 3 Monate 16 Tage).


Übersicht

Im Einzelnen weist die jetzt herausgegebene Statistik für das Jahr 2005 folgende Geschäftszahlen aus (die Vergleichszahlen der Vorjahre sind in den nachfolgenden Spalten hinzugefügt):

  2005 2004 2003 2002 2001
Revisionssenate      
Anhängige Sachen zu Jahresbeginn    738  760 900  618   685
Eingänge   1769  2070 2219  2796   2155
Erledigungen   1837  2080 2372  2514   2223
Anhängige Sachen am Jahresende 670  737 747 900   617

Disziplinarsenate
     
Anhängige Sachen zu Jahresbeginn 14 21 27  28   73
Eingänge 29 24 52  57   68
Erledigungen 22 31 58  58   113
Anhängige Sachen am Jahresende 21 14 21  27   28

Wehrdienstsenate
     
Anhängige Sachen zu Jahresbeginn 39 39 42  27   30
Eingänge 101 118 91  115   141
Erledigungen 85 118 94  100   144
Anhängige Sachen am Jahresende 55 39 39  42   27

 

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